Neue Studie des Umweltbundesamtes weist auf die Bedeutung von Bakterien, speziell den Actinomyceten, bei Feuchteschäden hin. Sie sollten bei Untersuchungen im Zusammenhang mit Schimmelpilz besonders berücksichtigt werden
Die Untersuchungen des Umweltbundesamtes haben nun ergeben, dass bei „Schimmelpilzbefall“ nicht nur Schimmelpilze sondern auch bestimmte Bakterien – so genannte Actinomyceten – in hohen Konzentrationen auftreten.
In 16 Wohnungen mit Feuchteschäden wiesen die Untersuchungsinstitute in Baumaterialien Actinomyceten in hohen Konzentrationen nach. Am häufigsten traten Bakterien der Gattungen Streptomyces, Amycolatopsis, Nocardiopsis, Nocardia, Pseudonocardia, Saccharopolyspora und Promicromonospora auf, wobei Vertreter der Gattung Streptomyces mit Abstand am zahlreichsten waren.
In einer Probe aus Lehmputz konnte keine der oben genannten Gattungen nachgewiesen werden; darüber hinaus wurden nicht in allen Proben alle Gattungen nachgewiesen. Da diese Actinomyceten-Gattungen dennoch in den meisten Proben nachweisbar waren, ist zu vermuten, dass das Auftreten typisch für feuchtegeschädigte Materialien aus Innenräumen ist.
Hohe Diversität – schwierige Identifizierung: Die Differenzierung der isolierten Actinomyceten erwies sich als sehr schwierig und für Routineuntersuchungen nicht durchführbar. Da es für gewisse Fragestellungen in der Innenraumdiagnostik wichtig ist, Angaben darüber zu machen, ob bei einem Feuchteschaden ein Actinomycetenbefall vorliegt, wird für die Routine ein einfacher zu bestimmender Parameter „Myzelbildende Actinomyceten“ vorgeschlagen. Es wird empfohlen, „Mycelbildende Actinomyceten“ auf Mineralagar nach Gauze zu isolieren, das erhaltene Ergebnis als „KBE Myzelbildende Actinomyceten“ anzugeben und bei der Interpretation darauf hinzuweisen, dass mit dieser Untersuchung nur ein Teil der Actinomyceten erfasst wird und dass eine gesundheitliche Interpretation des Ergebnisses nicht möglich ist.
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